Digital resources in the Social Sciences and Humanities OpenEdition Our platforms OpenEdition Books OpenEdition Journals Hypotheses Calenda Libraries OpenEdition Freemium Follow us

Die Forschungsfrage: Warum die erste Frage oft die schwierigste ist

Studierende schreiben für Studierende

Eine Hausarbeit schreiben bedeutet für mich in Gedankenkarusselle einzusteigen. Im Kreis, wie auf der Kirmes, mit wechselnden Mitfahrer*innen, mal sind es Theorien, mal Aspekte, oft Zweifel und sicherlich auch oft genug Freude an gewonnen Erkenntnissen. Die erste Fahrt, in der mich der erste Schwindel erfasst und die mich in den weiteren Kreisen begleitet, ist die Fahrt der Forschungsfrage. Warum ist es so schwer, aus einem Interesse eine tragfähige Forschungsfrage zu entwickeln? Und was braucht eine Frage, damit man mit ihr tatsächlich arbeiten kann? Dieser Beitrag reflektiert aus meinen Erfahrungen als Soziologiestudent genau diesen Prozess. „Die Forschungsfrage: Warum die erste Frage oft die schwierigste ist“ weiterlesen

Fachkulturelle Praktiken und genKI – Anleitung zur Reflexion

Braucht es einen Notausstieg aus der KI, um die Bildung an Universitäten zu erhalten, oder wie können wir Studierenden begreiflich machen, dass ein Studium auch in Zeiten von KI sinnvoll ist? Um sich mit diesen Fragen zu beschäftigen, wurde an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Paderborn ein Think Tank gebildet. In diesem reflektieren wir, wie Lehre in unterschiedlichen Fächern „funktioniert“ und wo sie aktuell durch die Möglichkeiten generativer KI herausgefordert, verändert und verbessert wird. Das heißt: Welche Erwartungen, Routinen, Werte und unausgesprochenen Regeln prägen unser Handeln als Lehrende und wo sehen wir, dass diese Selbstverständlichkeiten (schon immer oder neuerdings) ins Wanken geraten? Gerade in Momenten der Veränderung ist es hilfreich, folgende Fragen zu stellen: Was gilt in einem Fach als gute Lehre, als angemessene Beteiligung, als wissenschaftliches Arbeiten oder als „normales“ Verhalten von Studierenden? Und wie werden Studierende in diese fachlichen Selbstverständlichkeiten eingeführt? Um diese Fragen zu diskutieren, haben wir Situationsbeschreibungen aus der Lehre erarbeitet. Dieses Vorgehen möchten wir im Folgenden vorstellen – als Text und als PDF-Dokument für die weitere Nutzung. „Fachkulturelle Praktiken und genKI – Anleitung zur Reflexion“ weiterlesen

Das Henne-Ei-Problem bei der Bewertung von KI-Antworten im Studium

Studierende nutzen generative KI häufig, um sich neue Themen zu erschließen, Texte zusammenzufassen oder erste Erklärungen zu erhalten. Das kann im Studium hilfreich sein, führt aber auch zu einem grundlegenden Problem: Um die Qualität einer KI-Antwort beurteilen zu können, braucht man genau das Fachwissen, das man sich mithilfe der KI erst aneignen möchte. „Das Henne-Ei-Problem bei der Bewertung von KI-Antworten im Studium“ weiterlesen

Praxis interpretativen Schreibens – wie wird aus Datenmaterial Analyse

In meinem Methodenseminar dieses Semester habe ich wieder gemerkt, wie unsicher Studierende sind, wenn es darum geht die Ergebnisse zu verschriftlichen. Deshalb habe ich die in den vergangenen Semestern erprobten Hinweise nun systematisch in einem Foliensatz gebündelt, den ich hier zugänglich mache. Aufgrund von Urlaubszeit etc. etwas zeitverzögert. Im Zentrum steht die Praxis des interpretativen Schreibens. „Praxis interpretativen Schreibens – wie wird aus Datenmaterial Analyse“ weiterlesen

Zwischen Dystopie und Hoffnung – Hochdidaktik in Zeiten von KI (Vortrag)

Künstliche Intelligenz verändert die Praktiken an Hochschulen. Das ist bereits an vielen Stellen in Forschung und Lehre zu beobachten. Oftmals handelt es sich dabei um Schattenpraktiken, da es noch keine klaren Richtlinien für die Nutzung von KI gibt. So nutzen Studierende KI, um sich bei Hausarbeiten helfen zu lassen, ohne dies anzugeben, und ohne zu reflektieren, was das für den eigenen Lernprozess bedeutet. Forschende wiederum lassen sich bei der Literatursuche helfen, ohne zu reflektieren, wie die Ergebnisse verzerrt sein können (ein Phänomen, das wir als „Bot-Delusion” bezeichnet haben). Solche Schattenpraktiken verändern schleichend die Praxis von Forschung und Studium und führen zu disruptiven Veränderungen. Mit diesen Veränderungen beschäftigen wir uns meiner Ansicht nach noch zu wenig. Deshalb habe ich mich sehr gefreut eine Keynote beim 3. Kursleiter*innen- und Coach*innentag (KuCo) der Hochschuldidaktik Sachsen im März 2026 dazu halten zu dürfen. Sie ist hier verfügbar: https://videocampus.sachsen.de/getMedium/default/e554cfa6acb874a3016f89ed22d27474.mp4 „Zwischen Dystopie und Hoffnung – Hochdidaktik in Zeiten von KI (Vortrag)“ weiterlesen

System prompts in QDA software: an investigation

While writing this blog post, I felt like an investigative journalist. My aim was to find out which system prompts are used in qualitative data analysis (QDA) software. An increasing number of QDA software packages include so-called AI assistants or have been specifically designed for qualitative research using large language models (LLMs), such as ChatGPT. In order to direct how LLMs should support qualitative research, system prompts are required. These are background instructions given to the LLMs in use. They can shape or influence the output. Below, I share what I learned from my investigation. „System prompts in QDA software: an investigation“ weiterlesen

Systemprompts in QDA-Programmen – eine investigative Recherche

Beim Schreiben dieses Blogbeitrags habe ich mich wie eine Investigativjournalistin gefühlt. Ich habe nämlich versucht herauszufinden, welche Systemprompts in Programmen für qualitative Forschung (QDA-Programme) verwendet werden. Immer mehr QDA-Programme nutzen sogenannte KI-Assistenten oder wurden speziell für die qualitative Forschung mit Large Language Models (wie ChatGPT) entwickelt. Um zu steuern, wie Large Language Models qualitative Forschung unterstützen können, braucht es sogenannte Systemprompts. Das sind Anweisungen im Hintergrund – deshalb habt ihr davon vielleicht noch nie gehört – an die verwendeten Large Language Models. Sie können den Output steuern bzw. beeinflussen. Im Folgenden findet ihr meine Erkenntnisse aus der Recherche. „Systemprompts in QDA-Programmen – eine investigative Recherche“ weiterlesen

KI als Herausforderungen für die qualitative Methodenlehre – ein Diskussionsaufruf!

Spätestens seit der freien Zugänglichkeit von KI-Modellen wie ChatGPT von open.ai steht die Gesellschaft und besonders die Wissenschaft vor der Herausforderung einen Umgang mit textgenerativen KI-Systemen zu finden. Dies betrifft auch die qualitative Methodenlehre. Dieser Blogbeitrag stellt aktuelle Entwicklungen anhand eines Chatbots vor und diskutiert kritisch die Konsequenzen für die qualitative Methodenlehre. „KI als Herausforderungen für die qualitative Methodenlehre – ein Diskussionsaufruf!“ weiterlesen

Zerstört KI das wissenschaftliche Bloggen

Zerstört KI das wissenschaftliche Bloggen und damit eine Form der Wissenschaftskommunikation? Ich habe diese Befürchtung. Nicht, weil Wissenschaftler*innen KI zum Schreiben von Blogbeiträgen nutzen, sondern weil KI die Art und Weise verändert, wie Menschen im Internet recherchieren. Wie komme ich darauf? Seit Monaten beobachte ich einen Einbruch des Traffics auf meinem Blog (siehe Bild 1 – Abbrufzahlen des Blogs/Monat). Bisher ist der Hauptzugriff auf die einzelnen Blogbeiträge über Suchmaschinen erfolgt. Und genau hier kommt nun KI ins Spiel. „Zerstört KI das wissenschaftliche Bloggen“ weiterlesen

Open Data in qualitativer Forschung – Hinweise und Tipps

Die Bereitstellung zur und Nachnutzung von qualitativen Daten ist nach wie vor eine Seltenheit. Dies konnte ich gerade wieder feststellen als aus unserem digihub.org Projekt der Datensatz „Digitale Hochschulbildung organisieren, lehren und lernen (digihub.org) Interviewdaten“ veröffentlicht wurde. Warum aber gibt es so wenig offene Daten in der qualitativen Forschung? Dazu ein Beitrag und viele Informationen zu Anleitungen wie die Praktik des Teilens befördert und Unsicherheiten dazu abgebaut werden können. „Open Data in qualitativer Forschung – Hinweise und Tipps“ weiterlesen

Open Science – Publikation

Seit Jahren beschäftige ich mich nun mit dem Thema Open Science und wie Wissenschaft offener werden kann. Dazu ist es notwendig, dass sich Forschungspraktiken und Strukturen des Wissenschaftssystem verändern. Welche Hochschulforschung es dazu gibt haben Ronny Röwert und ich für das „Handbuch Hochschulforschung“ im Artikel “Open Science” aufbereitet. „Open Science – Publikation“ weiterlesen

KI und Forschungspraktiken – Präsentation

Künstliche Intelligenz soll den Forschungsprozess vereinfachen oder zumindest effektiver gestalten. So zumindest die Utopie. Doch wie sieht die Realität aus? Erste Forschungsergebnisse zur Nutzung von KI zeigen, dass durch KI unethisches Verhalten begünstigt werden kann (Köbis et al. 2025). Über die Frage nach ethischem Verhalten haben wir auch in unserem Beitrag „Bot Delusion” geschrieben. Das Thema und die Erkenntnisse aus dem Artikel sowie aus der Neuauflage unseres Methodenbuchs (erscheint 12/25) habe ich nun in einer Keynote mit dem Titel „Forschung mit KI-Unterstützung – Möglichkeiten und Herausforderungen“ aufgegriffen, die ich beim „Young Researcher Summit“ des Promotionsnetzwerk NRW halten durfte. „KI und Forschungspraktiken – Präsentation“ weiterlesen

Artikel Methodenüberblick – ein Weg durch den Methodendschungel

Viele Fächer sind multi-methodisch, das heißt es gibt nicht „die“ Standardmethode für Forschungsarbeiten. Vielmehr gehört es zum Forschungsprozess – gerade auch in Abschlussarbeiten –, die geeignete Methode für die eigene Forschungsfrage zu finden. Dazu ist es jedoch notwendig, zunächst zu wissen, welche Methoden es gibt. Ein klassisches Henne-Ei-Problem also. Für das Feld der Hochschulforschung hat Christian Schneiderberg nun eine kompakte Einführung vorgelegt, die im „Handbuch Hochschulforschung“ erschienen ist. Die Einführung ist Open Access verfügbar und eignet sich für alle Felder und Fächer in den Sozial- und Kulturwissenschaften. „Artikel Methodenüberblick – ein Weg durch den Methodendschungel“ weiterlesen

Mit KI (Elicit) den Forschungsstand beschreiben – ein kritischer Erfahrungsbericht

Einleitung

Dieser Blogbeitrag beschäftigt sich kritisch mit der (Teil-)Automatisierung der Literatursuche, -recherche, sowie der Zusammenfassung eines Forschungsstandes mithilfe digitaler Tools. Aktuell gibt es verschiedene Anbieter und Start-Ups, die eine stetige (Weiter-) Entwicklung von Softwareprodukten anbieten, um Forschende dabei zu unterstützen die relevante Forschungsliteratur zu einer Fragestellung zu finden und den Forschungsstand zusammen zu fassen (Cao et al. 2025; Kelly 2025). Auch zeigt sich in den letzten Jahren ein großer Anstieg der Publikation von Literaturüberblicke/Systematic Reviews, der durchaus kritisch zu betrachten ist.

„Mit KI (Elicit) den Forschungsstand beschreiben – ein kritischer Erfahrungsbericht“ weiterlesen

In liberalen Demokratien braucht es Genderkompetenz

Gerade erleben wir eine Zeit, in der liberale Demokratien herausgefordert sind. In vielen Ländern erstarken Autokraten, die die Anerkennung von Diversität und den Abbau von sozialer Ungleichheit rückgängig machen. Auch in Deutschland wird die Pluralität unserer Gesellschaft in Frage gestellt und wichtige Forschungsthemen wie Gender, Rassismus und soziale Ungleichheit durch Mittelkürzungen bedroht. Umso wichtiger sind Praxisbeispiele, die aufzeigen, warum die Beschäftigung mit Gender wichtig ist. Solche Praxisbeispiele wurden für den Bereich Lehramtsausbildung gesammelt und in dem Open Access Buch „Förderung von Genderkompetenz in der Ausbildung von Lehrkräften“ veröffentlicht. Dazu durfte ich einen Beitrag leisten. „In liberalen Demokratien braucht es Genderkompetenz“ weiterlesen