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The Campfire Sessions

Wie schaffen wir an Universitäten Lernräume, die echte Interaktion und Feedback ermöglichen. Das sind Aspekte, die mich dauerhaft umtreiben und dazu führen, dass ich Dinge ausprobiere. Angeregt durch das BarCamp-Format von wissenschaftlichen Tagungen, habe ich dieses für die Lehre adaptiert und nenne es Campfire Sessions. Ich mag das Bild, dass wir um Lagerfeuer sitzen und in schöner Atmosphäre in den Austausch kommen. Es handelt sich dabei um mehrere Lagerfeuer, an denen jeweils andere Themen diskutiert werden. Soviel zum Bild, wie läuft es konkret: „The Campfire Sessions“ weiterlesen

Wenn Macht mit am Tisch sitzt: Über Neutralität in qualitativen Interviews

Studierende schreiben für Studierende

Interviews gelten als zentrales Instrument qualitativer Forschung. Sie sollen zeigen, wie Menschen denken, entscheiden und handeln. Doch oft behandeln wir sie, als seien sie neutrale Werkzeuge, als ließe sich Wirklichkeit einfach abfragen. Interviews sind mehr als Fragen und Antworten. Sie sind soziale Situationen. Sobald sich zwei Menschen gegenübersitzen, wirken Rollen, Erwartungen und Hierarchien. Manchmal sind sie kaum spürbar. Manchmal sind sie deutlich. Und manchmal prägen sie das gesamte Gespräch. Was bedeutet das für Interviews, in denen ein klares Machtgefälle besteht? Ist es ein Problem für die wissenschaftliche Qualität oder ein Hinweis darauf, wie soziale Wirklichkeit tatsächlich funktioniert? Diese Fragen behandel ich im folgenden Blogbeitrag. „Wenn Macht mit am Tisch sitzt: Über Neutralität in qualitativen Interviews“ weiterlesen

Tipps zur kritischen Auseinandersetzung mit (Forschungs-)Arbeiten in der qualitativen Sozialforschung

Studierende schreiben für Studierende

Wie kann ich beurteilen, ob ein Text aussagekräftig ist und nach wissenschaftlichen Standards erstellt wurde? Wann kann ich diesen für eigene Überlegungen heranziehen und wann nicht? Diese Fragen haben mich im Studium beschäftigt und dazu geführt, dass ich ein Verfahren in vier Schritten entwickelt habe, um diese Fragen zu prüfen. In diesem Blogbeitrag stelle ich (m)eine Herangehensweise vor, wie ich beurteile, ob ein Text wissenschaftlichen Standards entspricht. „Tipps zur kritischen Auseinandersetzung mit (Forschungs-)Arbeiten in der qualitativen Sozialforschung“ weiterlesen

Hypothesengenerierung – eine Anleitung

Studierende schreiben für Studierende

Hast du auch schon einmal in der Bibliothek gesessen, den Laptop aufgeklappt, einen Kaffee neben dir und dich gefragt, wie aus losen Gedanken eigentlich eine wissenschaftlich brauchbare Hypothese entstehen soll? Gerade im Studium – so geht es mir zumindest im vierten Semester meines Soziologie-Studiums – ist der Einstieg in eigene Forschungsarbeiten oft genau an dieser Stelle schwierig. Ein persönlicher Zugang oder eine interessante Beobachtung ist schnell gefunden. Deutlich schwieriger ist es, daraus eine präzise, überprüfbare Hypothese zu formulieren. Dieser Beitrag zeigt aus studentischer Sicht, wie es gelingen kann und worauf geachtet werden sollte, wenn eine Hypothese verständlich und mit Blick auf die Anforderungen sozialwissenschaftlicher Forschung systematisch generiert werden soll. „Hypothesengenerierung – eine Anleitung“ weiterlesen

Wenn Interpretation unsicher macht

Studierende schreiben für Studierende

Leitfäden entwickeln, offene Fragen formulieren, Daten erheben. Die Phase vor der eigentlichen Auswertung qualitativer Forschung ist strukturiert und methodisch klar gerahmt. Sie ist geprägt von Literaturarbeit, vom Strukturieren, Zusammenfassen und Zitieren. Platz für die eigenen Gedanken, die subjektive Wahrnehmung, findet sich in dieser Phase nur bedingt wieder. Wenn aber dann die Ergebnisse vor einem liegen, verändert sich die Situation spürbar. Nun beginnt die Interpretation und damit der eigentliche Kern qualitativer Forschung. In diesen Momenten stellte sich mir die Frage: Finde ich etwas in dem Material oder lese ich es nur hinein? Die Frage zeigt, dass ich in diesem Moment eine Unsicherheit gespürt habe, die mich bis heute in Interpretationsprozessen begleitet. Woher sie kommt und wie ich gelernt habe mit ihr umzugehen, möchte ich in diesem Blogbeitrag näher betrachten. „Wenn Interpretation unsicher macht“ weiterlesen

Die Forschungsfrage: Warum die erste Frage oft die schwierigste ist

Studierende schreiben für Studierende

Eine Hausarbeit schreiben bedeutet für mich in Gedankenkarusselle einzusteigen. Im Kreis, wie auf der Kirmes, mit wechselnden Mitfahrer*innen, mal sind es Theorien, mal Aspekte, oft Zweifel und sicherlich auch oft genug Freude an gewonnen Erkenntnissen. Die erste Fahrt, in der mich der erste Schwindel erfasst und die mich in den weiteren Kreisen begleitet, ist die Fahrt der Forschungsfrage. Warum ist es so schwer, aus einem Interesse eine tragfähige Forschungsfrage zu entwickeln? Und was braucht eine Frage, damit man mit ihr tatsächlich arbeiten kann? Dieser Beitrag reflektiert aus meinen Erfahrungen als Soziologiestudent genau diesen Prozess. „Die Forschungsfrage: Warum die erste Frage oft die schwierigste ist“ weiterlesen

Praxis interpretativen Schreibens – wie wird aus Datenmaterial Analyse

In meinem Methodenseminar dieses Semester habe ich wieder gemerkt, wie unsicher Studierende sind, wenn es darum geht die Ergebnisse zu verschriftlichen. Deshalb habe ich die in den vergangenen Semestern erprobten Hinweise nun systematisch in einem Foliensatz gebündelt, den ich hier zugänglich mache. Aufgrund von Urlaubszeit etc. etwas zeitverzögert. Im Zentrum steht die Praxis des interpretativen Schreibens. „Praxis interpretativen Schreibens – wie wird aus Datenmaterial Analyse“ weiterlesen

Systemprompts in QDA-Programmen – eine investigative Recherche

Beim Schreiben dieses Blogbeitrags habe ich mich wie eine Investigativjournalistin gefühlt. Ich habe nämlich versucht herauszufinden, welche Systemprompts in Programmen für qualitative Forschung (QDA-Programme) verwendet werden. Immer mehr QDA-Programme nutzen sogenannte KI-Assistenten oder wurden speziell für die qualitative Forschung mit Large Language Models (wie ChatGPT) entwickelt. Um zu steuern, wie Large Language Models qualitative Forschung unterstützen können, braucht es sogenannte Systemprompts. Das sind Anweisungen im Hintergrund – deshalb habt ihr davon vielleicht noch nie gehört – an die verwendeten Large Language Models. Sie können den Output steuern bzw. beeinflussen. Im Folgenden findet ihr meine Erkenntnisse aus der Recherche. „Systemprompts in QDA-Programmen – eine investigative Recherche“ weiterlesen

Zerstört KI das wissenschaftliche Bloggen

Zerstört KI das wissenschaftliche Bloggen und damit eine Form der Wissenschaftskommunikation? Ich habe diese Befürchtung. Nicht, weil Wissenschaftler*innen KI zum Schreiben von Blogbeiträgen nutzen, sondern weil KI die Art und Weise verändert, wie Menschen im Internet recherchieren. Wie komme ich darauf? Seit Monaten beobachte ich einen Einbruch des Traffics auf meinem Blog (siehe Bild 1 – Abbrufzahlen des Blogs/Monat). Bisher ist der Hauptzugriff auf die einzelnen Blogbeiträge über Suchmaschinen erfolgt. Und genau hier kommt nun KI ins Spiel. „Zerstört KI das wissenschaftliche Bloggen“ weiterlesen

Open Data in qualitativer Forschung – Hinweise und Tipps

Die Bereitstellung zur und Nachnutzung von qualitativen Daten ist nach wie vor eine Seltenheit. Dies konnte ich gerade wieder feststellen als aus unserem digihub.org Projekt der Datensatz „Digitale Hochschulbildung organisieren, lehren und lernen (digihub.org) Interviewdaten“ veröffentlicht wurde. Warum aber gibt es so wenig offene Daten in der qualitativen Forschung? Dazu ein Beitrag und viele Informationen zu Anleitungen wie die Praktik des Teilens befördert und Unsicherheiten dazu abgebaut werden können. „Open Data in qualitativer Forschung – Hinweise und Tipps“ weiterlesen

Open Science – Publikation

Seit Jahren beschäftige ich mich nun mit dem Thema Open Science und wie Wissenschaft offener werden kann. Dazu ist es notwendig, dass sich Forschungspraktiken und Strukturen des Wissenschaftssystem verändern. Welche Hochschulforschung es dazu gibt haben Ronny Röwert und ich für das „Handbuch Hochschulforschung“ im Artikel “Open Science” aufbereitet. „Open Science – Publikation“ weiterlesen

KI und Forschungspraktiken – Präsentation

Künstliche Intelligenz soll den Forschungsprozess vereinfachen oder zumindest effektiver gestalten. So zumindest die Utopie. Doch wie sieht die Realität aus? Erste Forschungsergebnisse zur Nutzung von KI zeigen, dass durch KI unethisches Verhalten begünstigt werden kann (Köbis et al. 2025). Über die Frage nach ethischem Verhalten haben wir auch in unserem Beitrag „Bot Delusion” geschrieben. Das Thema und die Erkenntnisse aus dem Artikel sowie aus der Neuauflage unseres Methodenbuchs (erscheint 12/25) habe ich nun in einer Keynote mit dem Titel „Forschung mit KI-Unterstützung – Möglichkeiten und Herausforderungen“ aufgegriffen, die ich beim „Young Researcher Summit“ des Promotionsnetzwerk NRW halten durfte. „KI und Forschungspraktiken – Präsentation“ weiterlesen

Artikel Methodenüberblick – ein Weg durch den Methodendschungel

Viele Fächer sind multi-methodisch, das heißt es gibt nicht „die“ Standardmethode für Forschungsarbeiten. Vielmehr gehört es zum Forschungsprozess – gerade auch in Abschlussarbeiten –, die geeignete Methode für die eigene Forschungsfrage zu finden. Dazu ist es jedoch notwendig, zunächst zu wissen, welche Methoden es gibt. Ein klassisches Henne-Ei-Problem also. Für das Feld der Hochschulforschung hat Christian Schneiderberg nun eine kompakte Einführung vorgelegt, die im „Handbuch Hochschulforschung“ erschienen ist. Die Einführung ist Open Access verfügbar und eignet sich für alle Felder und Fächer in den Sozial- und Kulturwissenschaften. „Artikel Methodenüberblick – ein Weg durch den Methodendschungel“ weiterlesen

Künstliche Intelligenz und Bewertungskompetenz

Bei der Frühjahrstagung „Zwischen Kunsthandwerk und Technokratie? Professionalisierung & Qualitative Methoden“ der Sektionen “Methoden der qualitativen Sozialforschung” und “Professionssoziologie” der Deutschen Gesellschaft für Soziologie fand eine Podiumsdiskussion zum Thema „Praxis der (De-)Professionalisierung und des (De-)Skilling durch GenKI in der qualitativen Methodenausbildung“. Die Diskussion wurde organisiert durch den Arbeitskreis „Soziologische (digitale) Lehre“. Für die Diskussion durfte ich ein Kurzvideo beitragen, in dem ich mich mit der Frage beschäftige was in Bezug auf Künstliche Intelligenz bewertet werden muss, um KI für qualitative Forschung sinnvoll anwendbar zu machen. „Künstliche Intelligenz und Bewertungskompetenz“ weiterlesen

Gedankenexperiment als sozialwissenschaftliche Methode

Durch die Einführung generativer KI wie z.B. ChatGPT sehen wir uns derzeit vielfältigen Entwicklungen gegenüber, für dessen Beforschung wir noch keine Daten zur Verfügung haben. Was also tun, wenn soziale Phänomene auf der Hand liegen, aber keine empirischen Daten vorliegen bzw. es noch Jahre dauern wird, bis Effekte sichtbar werden? Die Lösung des Problems bietet die Methode des Gedankenexperiments, die wir in diesem Beitrag am Beispiel unseres Anfang 2025 Open Access erschienenen Artikels “The Bot Delusion. Large language models and anticipated consequences for academics’ publication and citation behavior” vorstellen wollen. „Gedankenexperiment als sozialwissenschaftliche Methode“ weiterlesen